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Die verschüttete Stadt in der Gand

Oberplanitzing in Kaltern
Oberplanitzing in Kaltern
Einige hundert Schritte nördlich von Oberplanitzing ragt nahe des Weges ein altes, graues Gemäuer über die Kastanienwipfel in den Himmel. Es sind dies die spärlichen Überreste des Turmes des uralten St. Georgskirchleins. Bei der Ruine zweigt ein gern benützter Fußweg ab, der dann durch die Felstrümmer der Eislöcher nach Eppan führt.

Der Sage nach stand einstmals in dieser Gegend eine große, reiche Stadt. Die solzen Bewohner lebten dahin in Saus und Braus, genossen das "süße Leben" und kümmerten sich nicht um Gottes Gebot. Aber der Herrgott lässt seiner nicht spotten, und der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er zerbricht. Einmal während einer Fasnacht erfasste grenzenloser Übermut die zechenden Städter. In ihrer Tollheit zogen sie einem lebendigen Ochsen die Haut ab und rieben ihn nachher mit Salz ein. Ob dieser schmerzvollen Schinderei begann das gequälte Tier erbärmlich zu brüllen. Die Untat schrie zum Himmel um Vergeltung. Da stiegen plötzlich schwarzdunkle Gewitterwolken hinter dem Mendelkamm herauf, ein furchtbares Unwetter brach los, gewaltige Sturzwasser fluteten von den Bergen herab. Die Felsen des Gandberges lösten sich, und mit schrecklichem Getöse stürzten sie zutal, die gottlose Stadt mitsamt den verdorbenen Bewohnern unter sich begrabend. Noch heute liegen die Felstrümmer über eine weite Fläche verstreut umher, und wer sich darin versteigt, findet nicht mehr leicht heraus.

Jahre waren seit diesem Gottesgerichte vergangen. Ein Bauer in Oberplanitzing hatte einen Hütbuben aus dem Nonsberg aufgenommen, der täglich die Ziegen draußen auf der "Gand" hüten musste. Dem Bauer fiel schon nach kurzer Zeit auf, dass sein Hütbub immer recht angeheitert mit den Geißen nach Hause kam. Einmal kam er wieder ganz benebelt heim, sagte aber nichts. Der Bauer wollte nun selbst ergründen, woher der Bube seine Räuschlein bekäme. Als der Bursche am nächsten Tag wieder seine Ziegen auf die Weide trieb, folgte ihm der Bauer heimlich nach. Während die Tiere in den "Steinlammern" nach ihrem Futter suchten, verschwand der Hirte in einem der Eislöcher. Er schlüpfte durch einen dunklen Gang immer weiter und tiefer hinein und erreichte schließlich einen Raum, in dem ein großmächtiges, angebohrtes Weinfass stand. Es war der Keller eines einstmaligen Stadthauses, der nicht zerstört wurde. der Bauer fand, dass der Wein von hervorragend Güte war. Er und sein Hütbub teilten sich nun den Reichtum. Der Tropfen, der heute noch in den Gemarkungen von Planitzing gezüchtet und gekeltert wird, zählt noch immer zu den besten des ganzen Weinlandes.

Quelle: "Kalterer Geschichten" von Anton Maran