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Die Geister auf Leuchtenburg

Kaltern Landschaft See
Verlassen, selten einmal besuchen, erhebt sich auf aussichtsreichem Punkt des südlichen Mitterberges die Ruine Leuchtenburg. Wo einst stolze Ritter ihre Feste feierten, herrscht heute schwermütige Stille, und auf den heißen Porphyrblöcken sonnen sich in der Mittagshitze Vipern und Ottern.
In alter Zeit führte von der Leuchtenburg ein unterirdischer Gang zur Leimburg, deren spärliche Reste noch heute auf dem Kreitersattel am Wege zum Stadelhof stehen.

Einst hausten auf beiden Burgen zwei Ritter, die einander in inniger Freundschaft verbunden waren. Selbst in gefährlichen Zeiten konnten sie sich durch den unterirdischen Gang gegenseitig besuchen.

Der Leimburger kam einmal nach längerer Abwesenheit aus fernen Lande heim und brachte eine Frau mit, die war ohne Maßen schön, nahm es aber mit Liebe und Treue zu ihrem Gemahl nicht allzu genau. Ihr Herz wurde von einer sündhaften Liebe zum Leimburger erfüllt, den sie mit ihren Reizen zu betören verstand. Als der Leuchtenburger einmal vorzeitig nach Hause kam und die beiden überraschte, zog er im Zorn sein Schwert und stieß es der Ehebrecherin in die Brust. Der treulose Freund flüchtete durch den Felsgang davon, der Leuchtenburger ihm nach. Es kam zu einem erbitterten Zweikampf, in dem beide fielen. Seither geistern die Seelen der drei Toten in den Ruinen und im Walde herum.

Zwei Mädchen, die vor Jahren im nahen Forst Streu gerecht und sich dabei verspätet hatten, wurden von der Dunkelheit überrascht. Sie konnten nicht mehr aus dem Walde herausfinden. Deshalb legten sie sich unter einen Felsen, um dort den nächsten Morgen zu erwarten. In der Nacht hörten sie in der Nähe das leise Weinen einer Frau, und auf dem Gipfel des Berges erstrahlte das Schloss in hellem Licht. Halb furchtsam, halb neugierig schlichen sie in die Richtung, aus der das Jammern kam. Da fanden sie bald eine schwarz gekleidete Frau, die bitterlich weinend auf einem Felsblock saß. Auf die Frage der Mädchen nach ihrem Leid führte sie beide hinauf ins Schloss. Sie wanderten durch alle Räume und gelangten schließlich in den Keller. Dort sahen sie viel Gold und eine Menge wertvolle Schätze. Diese ganzen Reichtümer versprach die Frau jenem unschuldigen Mädchen, das sie und die beiden Männer erlösen würde. Das Mädchen müsste sich nur von zwei Schlangen fest umschlingen lassen, ohne einen Seufzer zu tun. Die Schlangen würden dem Mädchen kein Leid antun. So könnten die Seelen erlöst, und das Mädchen reich werden. Eines der beiden Mädchen erklärten sich bereit. Gleich kamen zwei lange Schlangen daher gekrochen und begannen, das Mädchen zu umschlingen. Dieses fühlte die feuchtkalten Schlangenleiber und zitterte am ganzen Körper, blieb aber stumm. Als die Tiere aber bis zum Munde des Mädchens kamen und ihn küssen wollten, entschlüpfte ein Seufzer. Plötzlich waren die Schlangen verschwunden, die schwarze Frau war im Boden versunken, und die Fässer mit dem Gold rollten mit großem Getöse davon. Viele Jahre sind seither vergangen; die Gegend wird aber noch immer wegen der vielen Schlagen und weil es da oben nicht ganz geheuer ist, gefürchtet und gemieden.

Quelle: "Kalterer Geschichten" von Anton Maran